DEVILS DINER 2012

Bandmitglieder: Frank (Gitarre), Ray (Schlagzeug), Steve (Gesang), Walter (Bass)

Bandraumalbum des Jahres: Kreator – Phantom Antichrist

Entstandene Songs: Doomsinger, Legendary Loser

2012 wird ab sofort das „Devils Diner Prozessjahr“ genannt, da hier die einschneidendsten  Änderungen im Songwriting stattfanden.

Nachdem wir uns, wie im letzten Eintrag beschrieben, bei einem großen deutschen Musikhandel in der Nähe von Nürnberg (Name dem Autor bekannt) mit neuem Equipment eingedeckt hatten, musste auch der Proberaum auf die nächste Stufe gehoben werden. Um genau zu sein, auf eine Bühne. Mit Walters handwerklicher Expertise wurde der DDC an nur einem Samstag komplett entrümpelt, geputzt und mit einer selbst gebauten Bühne ausgestattet. Da der Proberaum nicht besonders hoch ist, ist auch die Bühne nur ca. 10 cm höher als der Boden und dient hauptsächlich dazu, das unvermeidliche Kabelwirrwarr zu verstecken, das sonst überall rumfliegen würde.

Des Weiteren  wurde durch den Wechsel von Frank zu Ray als Taktgeber auch das Songwriting geändert. Wo bisher hauptsächlich Frank den Song fertig zusammenbaute und wir den Rest dazu fügten, sieht das Ganze heute eher so aus:

Zu Beginn des Songwritings werden alle vorhanden Ideen ausprobiert, angehört und bewertet. Jeder Part, vom Gitarrenriff, über Gesangslinien, Bassriffs und Schlagzeugrhythmen wird in Jamsessions ausprobiert und auf den Klick gebracht. Alles wird besprochen und die besten Ideen dann in mühevoll(st)er(!!) Kleinstarbeit zu Songs zusammengebaut. Über die Songthematik wird ebenfalls in den Bandproben ausgiebig diskutiert. Hier hat aber meist der Haupt-Songwriter das letzte Wort. Oder halt der Texter, wenn  bisher kein Text vorhanden ist.

Zudem hat jedes Bandmitglied auch noch ein Vetorecht, um Parts/Texte komplett aus dem Lied zu nehmen, falls einem etwas absolut nicht taugen sollte. So wurden schon viele Parts und Texte in die Tonne getreten zum Wohle der Bandgemeinschaft, was natürlich dennoch häufig zu hitzigen Diskussionen innerhalb der Band führt, bislang ist aber niemand verletzt worden. Am Ende konnte man sich immer auf eine Lösung verständigen.

Da wir mehr Textthemen als Lieder haben, wird die Brainstorming-Seite meines Brainstorm-Blocks (noch so analog mit Papier und Stift und voll 90er) immer voller. Die Ideen gehen uns also nicht so schnell aus.

Sobald man sich auf eine Songthematik geeinigt hat, wird weiter am Song gefeilt, solange bis alle Bandmitglieder mit dem Resultat zufrieden sind. Dies führt im Normalfall zu kleineren bis größeren Diskussionen und auch dem ein oder anderen Streit, was zwar alle (vor allem den Haupt-Songwriter) nervt, aber wichtig ist, um am Ende einen geilen Song zu bekommen, an dem alle ihre Freude haben.

An den beiden „Prozess“-Abschnitten kann man super sehen, wie organisiert und strukturiert es bei Metalbands zugehen kann, wenn der Kopf der Band vollberufliches Organisationsgenie ist :D.

An dem beschriebenen Prozedere hat sich bis heute kaum etwas geändert. Alle Bandmitglieder sind von Anfang bis Ende voll ins Songwriting involviert, wodurch das Schreiben eines Songs zwar ziemlich kompliziert ist und lange dauert, aber dafür alle an einem Strang ziehen und in den fertigen Songs das Herzblut von allen anstelle von nur einem Musiker steckt. So kann es schon mal zwischen 6 und 12 Montanen dauern, bis ein Song wirklich fertig ist. Es kann sogar vorkommen, dass ein fast fertiger Song am Ende doch noch verworfen oder zurückgestellt wird, wenn nicht wirklich jeder damit zufrieden ist. Häufig werden die verworfenen/zurückgestellten Songs nach einigen Jahren dann umgearbeitet und weiter ausgefeilt, bis sie letztendlich doch noch verwendet werden können. Diese Versionen haben dann allerdings nicht mehr besonders viel mit der ursprünglichen Fassung gemein.

Da es an ein Wunder grenzte, dass die Bandmitglieder nach 8 Jahren Proben ohne Gehörschutz immer noch nicht taub waren und wir alle nicht jünger werden, besorgten sich alle Devils Diner Jungs ENDLICH brauchbare Ohrstöpsel. Der Mangel an Tinitus nach der Probe entschädigt einen dann doch für die etwas schlechtere Sound-/Hörqualität.

In der zweiten Jahreshälfte wurde der Proberaum Opfer eines Terroranschlags: Irgendein Volldepp hatte Nachts nichts Besseres zu tun, als sämtliche Schlösser des Gebäudes, in dessen Keller sich der DDC befindet, mit Sekundenkleber zu verstopfen und unbrauchbar zu machen, was alle Bands aus ihren Räumen aussperrte (es gibt bei uns 3 Räume mit je mehreren Bands).
Auch Rays MacGyver-artige Versuche, das Schloss zu knacken, blieben ziemlich fruchtlos. Erst der Schlüsseldienst konnte Abhilfe schaffen. Nachdem sämtliche Schlösser ausgetauscht wurden und jeder Mitbewohner neue Schlüssel bekommen hatte, konnte es dann wieder mit dem üblichen Bandbetrieb weitergehen.

Nach 8 Monaten Schweiß, Blut und Tränen (natürlich im übertragenden Sinn *hust*) hatten wir endlich 10 Songs studiofertig und begannen nun, einen passenden Profi zu suchen, der uns mit guter Ausrüstung, viel Know-How und einem bezahlbaren Preis bei sich aufnehmen ließ, damit wir Anfang 2013 mit den Aufnahmen beginnen konnten.

Weil so eine CD ja aber nicht nur aus Musik besteht, sondern auch ein Cover und Booklet haben will/sollte, mussten wir auch gleich noch nach einem fähigen Grafiker Ausschau halten und ein Presswerk finden, 2012 aber ohne Erfolg.

Neben der zeitraubenden Arbeit für das Album (ihr glaubt gar nicht, was für ein ermüdender, organisatorischer Aufwand das ist!), schaffte man es dennoch auch 2012 einige Live-Auftritte zu spielen, damit man die nötige Power („Ruffness“ laut Frank) für die Songs nicht verliert, um die Songs authentisch auf das Album prügeln zu können.

Aus dem Fotoalbum 2012: Halloween Flashback

ddd

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